„Kalligraphie-Ausstellung von Shams Yazdani“

Shams Yazdani
Geboren am 01.12.1949 in Kabul, Afghanistan
Kunststudium an der Universität Kabul, Afghanistan
Architekturstudium an der TU Berlin
Diploma über Hochschuldidaktik und internationale Entwicklung an der Gesamthochschule Kassel
Promotion über „Erhöhung der Lebensdauer von Lehmbauten in erdbebengefährdeten Gebieten“ an der Gesamthochschule Kassel
Hochschullehrer an der Universität Hawas (Iran)
Selbständiger Architekt in Freiburg im Breisgau
2005 – 2015: Hochschullehrer an der Universität Kabul und Balch in Afghanistan

Kalligraphie

Bedeutung:
Kalligraphie ist die Kunst des „Schönschreibens“ von Hand mit Federkiel, Pinsel, Filzstift oder anderen Schreibwerkzeugen.

Formen der Kalligraphie:
Westliche Kalligraphie
Hebräische Kalligraphie
Chinesische, koreanische und japanische Kalligraphie
Arabische Kalligraphie

Die Kunst der arabischen/“islamischen“ Kalligraphie

Als typischster Ausdruck islamischer Kunst kann die Kalligraphie angesehen werden – die Kunst des schönen Schreibens.
 Aus der wenig entwickelten und schwer lesbaren nordarabischen Schrift, in der im 7. Jahrhundert der Koran – das an Muhammad gerichtete Offenbarungswort – aufgezeichnet wurde, entstanden bald elegante Schriftarten, die sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelten und vermehrten, und die man – über den Koran und andere Bücher hinaus – an Gebäuden, über Türen, auf Münzen, Gebrauchsgegenständen, sogar Waffen etc. findet.

Wen wir im Zusammenhang mit der arabischen Sprache von Kalligraphie sprechen, sollten wir genauer von „islamischer Kalligraphie“ sprechen. Warum hat sich in dieser Religion diese Form der Schreibkunst so stark ausgeprägt?
Oft wird gesagt, dass dies auf das koranische/ religiöse Verbot zurückzuführen sei, menschliches oder das göttliche Antlitz darzustellen. Es gibt kein solches Verbot und besonders im persischen Raum finden wir viele solcher Darstellungen.

Gemäß islamischer Lehre übergab Allah den Koran an Mohammed in arabischer Sprache und Schrift. Aus dieser Wurzel ist zu sehen, dass das Arabische heute nach wie vor liturgische Sprache und Schrift ist und das Studium des Korans nur in Arabisch von Bedeutung ist. Aus dieser großen Bedeutung heraus haben sich dann auch entsprechende Veränderungen der Schrift ergeben, Veränderungen in der Form, aber keine Veränderungen an Inhalt und Bedeutung.

Kein Kulturkreis der Welt hat meiner Meinung nach eine so enge Verbindung zwischen Sprache-Schrift und Religion aufgebaut wie die islamische. Diese Verbindung wird sehr in der Schrift reflektiert und findet somit Eingang in die Kalligraphie. Von islamischer Kalligraphie zu sprechen bedeutet von arabischer Kalligraphie zu sprechen und umgekehrt, Die Schrift versucht dies auch auszudrücken.

Im Folgenden werde ich von 6 verschiedenen Schriftarten (Hauptstile) sprechen:
Deewani Schrift
Farsi (Nastaliq) Schrift
Kufi Schrift
Naskla Schrift
Reg´aa Schrift
Sols Schrift
Die iranische Schönschrift ist Teil der islamischen Kalligraphie. Die fand im Iran und den Gebieten mit iranischer Kultur und Sprache sowie den mittelasiatischen Ländern, Afghanistan und dem indischen Subkontinent Verbreitung.
Die iranischen Künstler entwickelten neue Kalligraphie Stile und Methoden, die auch in anderen islamischen Ländern Freunde fand. Besonders aber unter den Ländern in welchen Farsi gesprochen wurde, fand die iranische Kalligraphie große Beliebtheit. Das Schönschreiben galt im Iran als höchste Form der visuell gestaltenden Künste. Die iranische Schönschrift wurde bei der Niederschrift von religiösen Texten und poetischen Werke aber auch für amtliche Schreiben verwendet.

Die Talliq-Schrift kann als die erste rein iranische Schönschrift betrachtet werden. Sie wurde seit Beginn des 13. Jahrhunderts gebraucht.

Die Nasch-Schrift ist ein weiterer Schreibstil, der als iranische Schönschrift betrachtet wird.

Die Nastaliq-Schrift ist eine weitere Form der Schönschrift, welche aus der Kombination der Talliq- und Nasch-Schrift, von iranischen Kalligraphen entworfen und weiterentwickelt wurde. Unter den iranischen und sogar den arabischen Schönschriften, gilt die Nastaliq als die Schönste von allen. Sie ist die Braut der islamischen Schriften genannt worden. Mitte des 17. Jahrhunderts kam die nächste, rein iranische, Schrift auf, die sich „schekesteh Nastaliq“ nannte.

Das Erlernen der arabischen Kalligraphie ist daher eine Bereicherung für jedes Alter und jede Geisteshaltung. Es braucht kein umfassendes Studium. Es genügen Interesse, Faszination und Ausdauer.

 

  • Am 8. Januar 2019 findet um 20 Uhr ein Vortrag von Shams Yazdani zum Thema „Lehmbauten – Anwendung von natürlichen Materialien am Bau“ statt.
  • Am 12. Januar 2019 findet von 13 -17 Uhr im Kulturcafé ein Kalligraphie-Workshop mit Shams Yazdani statt (bei Interesse bitte melden unter info@denkbar-frankfurt.de)
  • die Finissage seiner Ausstellung ist am 13. Januar 2019 um 18 Uhr.