Donnerstag, 1.11.2018, 20:00 Uhr – Ulrike A. Kucera liest aus ihrem Roman »Schöner Tod«

„Zufällig findet Agnes Bach eine unverfängliche Zeitungsannonce in einem Stadtteil-Blättchen, dort bietet eine „Begleit-Agentur“ Hilfe an: Auch im hohen, beschwerlichen Alter sind sie nicht allein. Es gibt Lösungen. Anfragen nur schriftlich unter Chiffre.“

Kriminalroman „Schöner Tod“ (noch in Arbeit) 

Niemand weiß, was das Alter für uns bereit hält. Doris Lessing war jedenfalls der Meinung, das Altwerden sei nichts für Feiglinge, und damit steht sie nicht allein.

In diesem Sommer erschüttern vier Gruppensuizide, mit insgesamt 19 Toten, Frankfurt und die Öffentlichkeit. Hauptkommissarin Agnes Bach, ihr Partner Daniel Scherman und ihr Team von der Mordkommission ermitteln. Wer und was steckt hinter diesen Gruppenselbstmorden, die offensichtlich von außen unterstützt werden? Eine sog. Sterbehilfe-Organisation oder eine einzelne Person? Deutschlandweit ist die steigende Anzahl von Gruppensuiziden tatsächlich ein Phänomen der letzten Jahre. In diesen Fällen allerdings handelt es sich ausschließlich um ältere Menschen, die offensichtlich beschlossen haben, ihrem betagten Leben ein Ende zu setzen. Eins ist klar, diese Menschen waren verzweifelt und hatten resigniert. Die Ermittlungen der Frankfurter Mordkommission gestalten sich schwierig, der oder die „Unterstützer“ hinterlassen zuerst keinerlei Spuren. Die gefundenen Leichen, das bestätigt die Gerichtsmedizin, scheinen allesamt schmerzfrei und friedlich aus dem Leben geschieden zu sein. In allen Fällen sind die Tatorte liebevoll geschmückt, für Kommissarin Bach muten diese letzten Treffen fast wie „Abendmahle“ an. Im Verlauf der Ermittlungen und anhand der hinterlassenen Abschiedsbriefe beginnt Agnes die Beweggründe der Verstorbenen besser zu verstehen, unlaut bezeichnet sie diese Art des Sterbens als „Schönen Tod“. Kommissar Schermann hingegen ist aus gutem Grund ein absoluter Gegner der Sterbehilfe und setzt sie mit Euthanasie gleich. Dieser Fall stellt die Freundschaft der „Unzertrennlichen“ auf eine harte Probe. Zufällig findet Agnes Bach eine unverfängliche Zeitungsannonce in einem Stadtteil-Blättchen, dort bietet eine „Begleit-Agentur“ Hilfe an: Auch im hohen, beschwerlichen Alter sind sie nicht allein. Es gibt Lösungen. Anfragen nur schriftlich unter Chiffre.

Natürlich schlachten die Medien diese Gruppenselbstmorde aus, doch handelt der sogenannte „Todesengel von Frankfurt“ tatsächlich im Sinne des § 217, welcher aktive und passive Sterbehilfe verbietet und unter Strafe stellt. Kommissarin Bach ist hin- und hergerissen zwischen ihren sachlichen Überlegungen, ihrer Überzeugung und ihren Gefühlen. Zuletzt jedoch müssen alle Ermittler zugeben, ein solches Ende nicht erwartet zu haben.

Kurzbiografie:

 Ulrike A. Kucera wurde 1958 in Lostau geboren. Nach ihrer Ausreise aus der DDR (1985) wohnte sie zunächst in München. Seit 1987 lebt und arbeitet sie in Frankfurt am Main als freie Schriftstellerin. Sie veröffentlichte Lyrik, Kurzprosa und Hörspiele im In- und Ausland (u.a. FAZ, Hessischer Rundfunk, Österreich, Indien). 1992 erschien ihr Gedichtband „Und“, 1998 ihr erster Roman „Die Gottesanbeterin“, der 2002 ins Slowakische übersetzt wurde. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman „Caput Mortuum“, gefolgt von „Mordssommer“ (2008) und „Wolfshof“ (2010), alle im Societäts-Verlag, Frankfurt am Main. 2014 erschien ihr Roman „Reste von Schnee“ als e-book (Kindle). Sie arbeitete für das Hessische Literaturforum, 1996 bis 2000 war sie Redaktionsmitglied von „L. Der Literaturbote“. Sie ist langjähriges Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS).

Foto: Marina D’Oro

Eintritt frei – um Spenden wird gebeten!

 

 

 

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