[10.11. ab 15 Uhr] Schopenhauer, Nietzsche und die Medizin. Studientag in der Denkbar

Studientag in der Denkbar. U. a.: „Der gesunde, glückliche Mensch? Schopenhauers und Nietzsches Gesundheitslehre“.

Samstag, 10. November, 15.00 bis 21.00 Uhr

Schopenhauer, Nietzsche und die Medizin

Vorträge:

Dr. Diana Aurenque (Tübingen)
Der gesunde, glückliche Mensch? Schopenhauers und Nietzsches Gesundheitslehre

Dr. Cathrin Nielsen (Frankfurt a. M.)
Der Blick des Sterbenden. Schopenhauer und die moderne Medizin

Dr. Pia Schmücker (Ulm)
“Muse Melancholie”: Schwermut bei Schopenhauer und Nietzsche

Einführung und Moderation: Dr. Thomas Regehly

One Comment

  1. Zeljko

    „93. Was wir erwarten, das nennen wir recht und billig; was uns verwundert, was uns wunderbar vorkommt, das loben oder tadeln wir. Die erste Empfindung der Verwunderung ist die Furcht: Lob und Tadel ist ein Produkt der Furcht. Dagegen läßt das Rechte und Billige uns zufrieden, ist für die Empfindung neutral und entspricht der Gesundheit. — Das, was jeder von sich und Anderen erwartet in jeder Lage, also das Gewöhnliche einer ganzen Cultur, ist aber für eine andere Cultur nicht das Gewöhnliche und erregt deren Verwunderung, erweckt Lob und Tadel, und wird also jedenfalls zu stark empfunden. Die Culturen verstehen das, was zur Gesundheit der anderen gehört, nicht. Das Erwartete, das Gewöhnliche, das Gesunde, das für die Empfindung Neutrale macht den größten Theil dessen aus, was eine Cultur ihre Sittlichkeit nennt.

    94. Gesetzt, man erwartet immer das Böse, die unangenehme Überraschung, so ist man immer in feindseliger Spannung, wird für Andere unerträglich und leidet selber an der Gesundheit: solche Naturen sterben aus. Im Ganzen sind nur die zufriedeneren und hoffnungsreicheren Rassen am Leben geblieben.— Wer immer Schlimmes erwartet, wird böse, nämlich feindselig argwöhnisch unruhig; dies ist die Wirkung pessimistischer Denkweisen.“

    – Nietzsche

    Also, der „Empfindliche“ ist demnach krank. Und Sittlichkeit = Gesundheit.

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